Yellowknife mit Kindern: Nordlichter, Wildnis & Abenteuer in Kanada
Yellowknife mit Kindern ist ein echtes Abenteuer: In den kanadischen Northwest Territories erwarten euch Wildnis, Tierbeobachtungen, der Great Slave Lake und mit etwas Glück spektakuläre Nordlichter. Wir zeigen euch unsere Highlights rund um Yellowknife, den Ingraham Trail und geben praktische Tipps für eine Familienreise in den Norden Kanadas.
Kann man den Norden Kanadas mit Kindern bereisen?
Ja, auf jeden Fall! Der Norden Kanadas ist vielleicht nicht das klassische Reiseziel für einen Familienurlaub, aber für abenteuerlustige Familien ist die Region rund um Yellowknife bestens geeignet.
Hier geht es weniger um Freizeitparks und perfekt durchgeplante Ausflugstage, sondern um Natur, Tiere, Weite und Erlebnisse, die man so schnell nicht vergisst. Ihr könnt draußen unterwegs sein, Lagerfeuer machen, gemeinsam Tiere beobachten und mit etwas Glück sehen eure Kinder sogar die ersten Nordlichter ihres Lebens!
Natürlich bringt eine Reise nach Yellowknife und in die Northwest Territories ein paar Besonderheiten mit sich. Die Entfernungen sind groß und die Infrastruktur außerhalb der größeren Orte deutlich dünner als beispielsweise im Süden Kanadas. Dafür ist man mitten in einer beeindruckenden Landschaft und erlebt Kanada von einer ganz anderen Seite.
Ihr solltet Roadtrips mögen und eure Kinder kein Problem mit längeren Strecken haben. Daher empfiehlt sich die Reise auch mit etwas älteren Kindern. Unsere Kinder sind zum Reisezeitpunkt 8 und 12 Jahre alt.
Auch beim Thema Sicherheit gilt: In der Natur unterwegs zu sein bedeutet, ein paar Regeln zu beachten. Wildtiere sollten immer mit ausreichend Abstand beobachtet werden. Bei Wanderungen und Campingplätzen sollte man sich über das richtige Verhalten informieren. Mit etwas Vorbereitung ist das aber auch mit Kindern gut machbar.
Und dann ist da natürlich Yellowknifeselbst: Die Stadt ist klein und überschaubar, liegt am Great Slave Lake und bietet einen guten Ausgangspunkt, um die Region zu entdecken. Besonders spannend für Familien ist die Mischung aus Stadt, Wildnis und Wasser.
Was kann man in Yellowknife und Umgebung erleben?
Yellowknife ist klein. Für eine Hauptstadt sogar sehr klein. Nur rund 20.000 Einwohner leben hier. Und trotzdem gibt es rund um die Hauptstadt der Northwest Territories erstaunlich viel zu erleben.
Eines unserer Highlights ist eine Wasserflugzeug-Tour. Mit einer historischen DHC2-Beaver heben wir auf dem Great Slave Lake ab, um ihn dann von oben glitzern zu sehen. Statt Straßen und Häusern sehen wir schnell vor allem eines: Wasser, Felsen, Wald und jede Menge unberührte Landschaft. Aus der Luft wird klar, wie weitläufig die Landschaft ist. Ab und zu sehen wir eine kleine einsame Hütte und fragen uns, wie sie da hingekommen ist. Aber hauptsächlich fliegen wir über Wildnis bevor wir wieder geschmeidig auf dem Wasser landen.
Wer Yellowknife im Sommer besucht und dienstags in der Stadt ist, sollte sich auf keinen Fall den Farmers Market entgehen lassen. Das Essensangebot zeigt, wie international Yellowknife ist.
Wir probieren uns durch verschiedene Stände und genießen die ausgelassene Sommerabendstimmung. Familien sitzen auf dem Rasen im Park zusammen, Kinder spielen, es wird gelacht und jeder Sonnenstrahl genossen.
Im Prince of Wales Northern Heritage Centre erfahren wir mehr über die Geschichte der Northwest Territories und das Leben im Norden. Das Museum gibt Einblick in die Kultur der First Nations. Denn es waren die Dene, die in dieser Region schon seit langem im Einklang mit der Natur lebten. Nach den Kupferwaffen, die sie früher trugen, wurde Yellowknife benannt.
Außerdem zeigt das Museum, wie sich die Tierwelt an die harten Bedingungen im Winter angepasst hat. Für Kinder gibt es eine kleine Rally mit Fragen, was den Besuch kindgerecht und interaktiv macht.
Rundgang durch Yellowknife & Ingraham Trail
Vom Bush Pilots Monument aus hat man einen guten Blick über die Altstadt. Als wir dort ankommen, scheucht ein Lehrer gerade seine Schulklasse die steilen Holztreppen hoch und runter. Wir unterhalten uns kurz und er zeigt uns von oben, wo die Schule liegt. Die Klasse macht öfter einen Ausflug zum Aussichtspunkt – für frische Luft und Bewegung. Beides hat man hier definitiv!
Nach einem Altstadtrundgang gibt es in Yellowknife mehrere Orte für gutes Essen oder ein kaltes Getränk: Im Wildcat Café können wir uns gut vorstellen, wie die Stadt zur Zeit des Goldrauschs aussah. Das 1937 gegründete Café befindet sich nach wie vor in der historischen Blockhütte und ist daher auch nur im Sommer geöffnet. Auch die Burger im Woodyard Brewhouse können wir empfehlen!
Und dann gibt es da noch das große Highlight, auf das wir jeden Abend warten: die Nordlichter. Dazu weiter unten mehr…
Zunächst fahren wir mit dem Wohnmobil aus Yellowknife hinaus auf den Ingraham Trail. Auf der rund 70 Kilometer lange Strecke lässt man die Stadt schnell hinter sich und ist wieder in der Wildnis. Wir wandern, entdecken Wasserfälle, baden im See und sitzen abends am Lagerfeuer.
Die Kinder lieben es, sich ihre Marshmallow-Stecken für den Abend zu schnitzen und nach einem Tag voller Wasser-Action gemeinsam am Feuer zu sitzen. Es ist herrlich.
Die Northwest Territories zeigen uns, dass man für besondere Erlebnisse manchmal gar nicht viel braucht: ein Wohnmobil, einen See, ein Lagerfeuer und einen Himmel, der plötzlich grün leuchtet.
Kann man in Yellowknife Nordlichter sehen?
Yellowknife nennt sich selbst „Aurora-Capital“. Mit durchschnittlich 240 Nächten im Jahr, in denen die Nordlichter zu sehen sind kein Wunder! Was viele nicht wissen: Die Polarlichter sind nicht nur im Winter zu sehen, sondern auch ab Mitte/Ende August, wenn die Nächte wieder dunkler werden.
Dafür heißt es jedoch Geduld haben. Es muss dunkel sein, der Himmel möglichst klar und natürlich müssen die Polarlichter überhaupt mitspielen.
Wir sitzen am Lagerfeuer, schauen immer wieder nach oben und warten. An einem Abend haben wir tatsächlich Glück. Erst ist da nur ein heller Streifen am Himmel. Dann wird er grün und beginnt sich langsam zu bewegen.
Nicht nur für die Kinder ist das ein echtes Abenteuer. Für uns auch!
Unser Tipp: Wenn ihr Nordlichter sehen möchtet, plant mehrere Nächte ein. So habt ihr bessere Chancen, eine Nacht ohne Wolken, Vollmond und mit größerer Aurora-Aktivität zu erwischen. Eine Garantie gibt es nie, es braucht etwas Glück! Wenn ihr auf dem Campingplatz übernachtet, fragt nach dem besten Spot, um Nordlichter zu sehen und wählt euren Stellplatz danach aus.
Welche Tiere kann man in Yellowknife / in den Northwest Territories beobachten?
In Yellowknife selbst konnten wir am Lagerfeuer einen Rotfuchs beobachten. Auf der Fahrt nach Yellowknife hatten wir das Glück Bisons, Elche, einen Luchs und Biber zu sehen. Sogar einen kleinen Schwarzbären konnten wir vom Wohnmobil aus entdecken!
Bei allen Tieren gilt: Immer ausreichend Abstand halten! Bei Wanderungen hatten wir zur Sicherheit Bärenspray dabei. In aller Regel braucht man das nicht, da die Kinder genug Lärm machen, dass die Bären längst über alle Berge sind. Aber: Safety first!
Wieviele Tage sollte man für Yellowknife einplanen?
Wir waren insgesamt vier Tage in Yellowknife und Umgebung, hätten aber problemlos noch länger bleiben können. Daher wäre meine Empfehlung, fünf bis sieben Tage für Yellowknife und vor allem den Ingraham Trail einzuplanen. Hier lohnt es sich, einfach mal auszuspannen und die Natur zu genießen. Wir sind den Trail nicht bis zum Ende gefahren, sondern nur bis zu den Cameron Falls.
Unser Fazit: Lohnt sich die Reise nach Yellowknife mit Kindern?
Unser Fazit: Lohnt sich die Reise nach Yellowknife mit Kindern?
Auf jeden Fall! Wenn ihr Roadtrip-Fans seid und Weite und Wildnis mögt, werdet ihr die Northwest Territories lieben. Was uns besonders gefällt: In Yellowknife liegen Stadt und Wildnis ganz nah beieinander. Man kann morgens noch durch die Stadt schlendern und kurz darauf mitten in der Natur stehen.
Wir waren im Spätsommer unterwegs – sicherlich nochmal ein ganz anderes Erlebnis, als im richtig kalten Winter im Norden zu sein. Daher können wir nicht beurteilen, wie es dann ist, mit Kindern zu reisen. Das ist natürlich eine komplett andere Reise.
Was würden wir beim nächsten Mal anders machen?
Wir würden mehr Zeit einplanen! Das war auf dieser Reise leider nicht möglich. Gerne hätten wir noch eine Kanutour gemacht oder eine First-Nation-Tour. Das haben wir beides nicht mehr geschafft. Am Ingraham Trail empfehlen wir zwei oder drei Nächte an einem der Campingplätze zu bleiben und am See zu entspannen oder eine der vielen Wanderungen zu unternehmen.